Sonnenstrom Selbermachen für Jedermann und Jederfrau

06.05.2022 – Eines der einfachsten Mittel, um Klimaschutz zu betreiben, ist die Nutzung von Solarenergie. Wie man aus Modulen von abgebauten PV-Anlagen Solarmodule für den eigenen Balkon oder die Terrasse selber bauen kann, zeigt das Karlsruher Reallabor Nachhaltiger Klimaschutz in Selbstbau-Workshops.

Sowohl die rasant fortschreitende Klimaerwärmung als auch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine machen es notwendig, dass Strom nicht mehr aus fossilen sondern aus regenerativen Energiequellen gewonnen wird. Eine der am besten verfügbaren Quellen ist die Solarenergie. Die in Deutschland verfügbaren Potenziale könnten – gut genutzt – ausreichen, um damit den gesamten Energiebedarf Deutschlands – Strom, Wärme, Mobilität – zu decken.

Aus diesem Grund will das Karlsruher Reallabor Nachhaltiger Klimaschutz (KARLA) mehr Menschen dazu bewegen, Solarenergie besser zu nutzen und eigene Solaranlagen zu installieren. Ein Weg Menschen an das Thema Solaranlagennutzung heranzuführen ist, sie dazu zu motivieren sich eine Balkonsolaranlage aus gebrauchten Modulen selbst zu bauen. Hierzu veranstaltet das Projektteam zusammen mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur Selbstbau-Workshops.

Solarmodule einfach selber bauen

Den Auftakt der Workshops bildete ein zweistündiger Workshop im Rahmen der Frühlingstage der Nachhaltigkeit des KIT im mobilen Partizipationslabor MobiLab im April 2022, bei dem in das Thema Selbstbaubalkonsolarmodule theoretisch eingeführt wurde. Ein weiterer Workshop fand anschließend am Zukunftsraum für Wissenschaft und Nachhaltigkeit in der Karlsruher Oststadt mit rund 20 Interessierten statt. Die Teilnehmenden konnten gemeinsam unter Anleitung zwei gut erhaltene Module, die eigentlich entsorgt werden sollten, zu Balkonsolarmodulen umbauen.

Den Solarenergieausbau stärken

Dass die großen Potenziale zur Solarenergienutzung bisher so wenig genutzt werden, hat unterschiedliche Gründe. Zum einen ist die Energiewirtschaft an die Nutzung der Verbrennung von fossilen Energieträgern gewohnt, zum anderen waren in der Anfangsphase die Anlagen zur Nutzung von Solarenergie noch relativ teuer. Darüber hinaus haben es viele Menschen, die gerne Solarenergie nutzen würden, schwer, dies umzusetzen, beispielsweise in einer Mietwohnung.

Balkonsolaranlagen als Einstieg in die Solarenergienutzung

Die Balkonsolaranlagen bestehen aus einem oder zwei PV-Modulen, die einfach an das Hausstromnetz angeschlossen werden können. Sie können zum Beispiel außen an Balkonbrüstungen angebracht, auf Terrassen aufgestellt oder auf Garagendächer gelegt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Anlagen dem Netzbetreiber nur angezeigt und nicht genehmigt werden müssen. Auch sind die Anschaffungskosten mit rund 500 € pro Modul überschaubar. Sicherlich wird man mit einer derartigen Anlage nicht seinen gesamten Strombedarf decken können. Doch der selbst produzierte Strom reduziert den Verbrauch und damit die Stromrechnung.

Man kann Balkonsolaranlagen für nahezu jeden erdenklichen Anwendungsfall installieren lassen oder sie zur Selbstmontage erwerben. Noch ökologischer ist es, wenn man gebrauchte Solarmodule erwirbt und diese zu Balkonsolarmodulen umbaut. Das Potenzial hierzu nimmt gerade stark zu, da immer mehr große Solaranlagen nach 20 Jahren nicht mehr gefördert werden. An deren Stelle sollen oft neue, leistungsfähigere Anlagen entstehen, wofür die bestehenden Anlagen abgebaut werden müssen. Durch die nur sehr geringe Alterung von PV-Anlagen sind die meisten der abgebauten Module noch mit einem guten Ertrag nutzbar.

Termin: Selbstbau-Workshop in Grötzingen

Als nächstes ist vorgesehen, dass auf dem Klimatag in Karlsruhe-Grötzingen am 14.05.2022 von 13:00 bis 17:00 Uhr auf dem Marktplatz weitere Balkonsolarmodule unter fachlicher Anleitung hergestellt werden.

Solar Selbstbau Workshop Quartier Zukunft